Zwischen Werkshalle und Algorithmus – Wie viel Digitalisierung verträgt eigentlich echter Vertrieb?

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Zwischen Werkshalle und Algorithmus - Wie viel Digitalisierung verträgt eigentlich echter Vertrieb?
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Podcast mit Carsten Bleck, Geschäftsführer von Andernach & Bleck aus Hagen

Digitalisierung verändert den Vertrieb. Aber ersetzt sie auch echte Kundennähe? In dieser Folge spricht Stefan Koshold mit Carsten Bleck darüber, warum persönlicher Kontakt im industriellen Mittelstand unverzichtbar bleibt – und wo digitale Werkzeuge trotzdem sinnvoll helfen.

Andernach & Bleck ist ein familiengeführtes Industrieunternehmen in fünfter Generation. Seit 1903 produziert das Unternehmen kaltgezogene Profile aus Blankstahl – mit rund 170 Mitarbeitenden, hoher Spezialisierung und einer Reklamationsquote von dauerhaft unter 0,3 Prozent.

Worum es in dieser Folge geht

Carsten Bleck zeigt sehr praxisnah, warum Vertrieb im Mittelstand mehr ist als Leadgenerierung, CRM und Automatisierung. Gerade bei erklärungsbedürftigen Produkten entstehen echte Lösungen oft erst vor Ort beim Kunden: in der Werkshalle, im Gespräch, beim Blick auf Prozesse und Details.

Die zentrale These der Folge: Digitalisierung ist wertvoll – aber nur, wenn sie den Menschen im Vertrieb stärkt und nicht ersetzt.

Die wichtigsten Themen der Folge

1. Persönlicher Vertrieb bleibt ein Wettbewerbsvorteil

Andernach & Bleck verkauft kein Standardprodukt „von der Stange“. Viele Anwendungen müssen technisch verstanden, angepasst und optimiert werden. Genau deshalb reicht ein rein digitaler Vertriebsprozess nicht aus.

Beim Kundenbesuch entstehen Erkenntnisse, die kein Formular, kein CRM und keine KI liefern kann.

2. Digitalisierung ja – aber nicht blind

Digitale Schnittstellen, EDI, Portale und automatisierte Bestellprozesse können sinnvoll sein. Aber bei Angeboten, Preisfindung und technischen Rückfragen braucht es weiterhin menschliche Prüfung.

Carsten Bleck bringt es auf den Punkt: „Ich brauche natürliche Intelligenz, um künstliche Intelligenz einsetzen zu können.“

3. Warum vollständige Automatisierung gefährlich sein kann

Ein automatisierter Prozess erkennt nicht immer, ob eine falsche Stahlsorte bestellt wurde, ob eine Anfrage fachlich sinnvoll ist oder ob ein Kunde eigentlich Beratung braucht.

Was digital wie Effizienz aussieht, kann im echten Vertrieb schnell zu Austauschbarkeit führen.

4. Kundenbeziehungen entstehen nicht im Tool

Vertrauen entsteht durch Zeit, Nähe und echtes Interesse. Im Gespräch vor Ort, beim Rundgang durch die Fertigung oder auch beim Abendessen nach einem Kundentermin entstehen Ideen, die beiden Seiten helfen.

Aus einem Geschäft wird dann eine Geschäftsbeziehung.

5. Der Mittelstand zwischen Verantwortung und Belastung

Neben Vertrieb und Digitalisierung geht es auch um die Lage des industriellen Mittelstands: Bürokratie, Nachfolge, gesellschaftliche Wertschätzung und die Frage, warum viele Unternehmerinnen und Unternehmer heute zögern, Verantwortung weiterzugeben.

Carsten Bleck beschreibt eindrucksvoll, was verloren geht, wenn Unternehmen nicht insolvent werden, sondern einfach verschwinden.

Für wen ist diese Folge besonders interessant?

Diese Podcastfolge richtet sich an:

  • Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer im Mittelstand
  • Vertriebsleiter in Industrie, Maschinenbau und Großhandel
  • Unternehmerfamilien vor einem Generationswechsel
  • Verantwortliche für Digitalisierung und Kundenservice
  • alle, die Vertrieb nicht nur effizienter, sondern besser machen wollen

Drei Gedanken, die hängen bleiben

1. Nicht alles, was digital möglich ist, ist auch sinnvoll.

2. Echter Vertrieb beginnt dort, wo man versteht, was der Kunde wirklich macht.

3. Wer nur automatisiert, wird austauschbar. Wer Beziehung aufbaut, bleibt relevant.

Über den Gast

Carsten Bleck ist Geschäftsführer von Andernach & Bleck in Hagen. Das Unternehmen wurde 1903 gegründet und produziert kaltgezogene Profile aus Blankstahl, unter anderem Flach-, Vierkant-, Sechskant- und Sonderprofile nach Zeichnung oder Muster.

Carsten Bleck ist seit 2001 operativ im Unternehmen tätig und führt das Familienunternehmen in fünfter Generation.

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Erfahren Sie, warum echter Vertrieb im Mittelstand auch im Zeitalter von KI, Plattformen und Automatisierung vor allem eines braucht: Menschen, die zuhören, verstehen und Verantwortung übernehmen.