Im B2B eCommerce stehen unterschiedlichste Geschäftsmodelle zur Wahl. Worauf es bei Ihren eCommerce Erfolg ankommt.

Auch für das eigene Geschäftsmodell im Geschäftskundenumfeld gilt, was im Consumerbereich schon seit langem gilt. Das B2B eCommerce Geschäft boomt. Laut einer aktuellen Umfrage des ECC Köln bestätigen bereits 66% der deutschen Unternehmen die positive Entwicklung im Online Handel. Es ist unter Fachleuten unumstritten, dass die Nutzung von eCommerce Lösungen bei der Beschaffung und beim Vertrieb von Waren und Gütern auch in Zukunft immer relevanter werden.
Ein Großteil des Online-Handels findet heute über den automatisierten Datenaustausch zwischen Unternehmen statt. Typischerweise gilt für A- und B-Teile eine hohe Prognostizierbarkeit und Regelmäßigkeit, sodass gerade in diesem Bereich der direkte Datenaustausch zwischen Unternehmen sehr verbreitet ist.

Im C-Teile Bereich, bei dem es nicht um die Beschaffung von Gütern für die Produktion, sondern um die Beschaffung von Waren handelt, die den allgemeinen Betriebsablauf aufrechterhält, sieht es anders aus. Der Bedarf für solche Waren fällt eher unregelmäßig an und bedeutet häufig einen hohen Aufwand für die Beschaffung. Gerade hier bieten sich Online-Shops oder Marktplätze an.
Aus der obigen Darstellung wird schnell deutlich wie breit gefächert eCommerce in B2B Unternehmen verstanden werden kann und wie unterschiedlich solche Lösungen aussehen können.
Zur Orientierung im Folgenden deshalb ein Überblick über mögliche Geschäftsmodelle im B2B eCommerce.

 
B2B eCommerce Geschäftsmodelle im Überblick - In Anlehnung an McKinsey

B2B eCommerce Geschäftsmodelle im Überblick – In Anlehnung an McKinsey

Grundsätzlich lassen sich im B2B eCommerce vier Arten von Geschäftsmodellen feststellen:

 

1. Bilaterale Anbindung

Bei der bilateralen Anbindung geht es um den EDV-gestützten, automatisierten Datenaustausch zwischen zwei Unternehmen. Hier ist schon seit langem EDI (Electronic Data Interchange) als Austauschformat etabliert. Für den Versand von EDI Nachrichten stehen verschiedene nationale und internationale Standardformate zur Verfügung. Das bekannteste Format für den elektronischen Datenaustausch ist das EDIFACT Format.

EDI ist z.B. in der Automobilindustrie sehr weit verbreitet. Hier arbeiten Hersteller und Zulieferer intensiv und integriert zusammen.

 

2. Procurement-Plattform

Procurement-Plattformen bündeln Beschaffungstätigkeiten eines Unternehmens, indem an zentraler Stelle Zugriff auf die Waren und Dienstleistungen von Zulieferern gegeben wird.

Der Betreiber der Plattform tritt als Käufer bei zumeist ausgewählten Lieferanten auf, um seinen eigenen Bedarf effizient und kostengünstig zu decken.

 

3. Geschäftsmodell Marktplatz

In einem Marktplatz tritt eine Vielzahl an Käufern einer Vielzahl von Verkäufern gegenüber. Der Marktplatz fungiert dabei als Vermittler zwischen Käufer und Verkäufer und bietet u.a. Preistransparenz. Weiterhin unterstützt der Marktplatz i.d.R. die Abwicklung der Transaktionen, z.B. Zahlungen und/oder Austausch von Logistikinformationen.

Einige Marktplätze für B2B Unternehmen sind z.B.:

  • Toolineo – Dies ist ein zentraler Online-Marktplatz für den Produktionsverbindungshandel.
    Er gehört zum E/D/E (Einkaufsbüro Deutscher Eisenhändler), einem mit über 1000 angeschlossenen Handelsunternehmen der größten Einkaufs- und Marketingverbunde Europas.
  • Simple Systems – Dies ist ein mehrsprachiger Beschaffungsmarktplatz für C-Teile mit > 30 Mio. Artikel und > 500 Lieferanten.

Über die oben exemplarisch genannten Marktplätze hinaus existieren noch wesentlich mehr Marktplätze. Der Vollständigkeit halber sei hier auch der Amazon Business Marktplatz (Amazon Business Marktplatz – Lohnt sich das Angebot?) erwähnt.

 

4. B2B eCommerce Lösung

Bei einem B2B Online-Shop ist der Betreiber der einzige Anbieter von Waren. Im Unterschied zu B2C Online-Shops richtet sich der Anbieter eines B2B Online-Shops i.d.R. ausschließlich an gewerbliche Kunden.

 

5. Fazit

Es stehen verschiedene Geschäftsmodelle zur Verfügung, um Kunden über das Internet zu erreichen. Für Unternehmen, die eine Vielzahl an Kunden erreichen möchten, bieten sich z.B. Marktplätze oder eigenen Online-Shops an. Marktplätze sind hierbei zwar mit weniger Investitionen verbunden, bieten aber weniger große Differenzierungsmöglichkeiten, als dies mit eigenen Online-Shops möglich ist.

Es lohnt sich aber immer im Vorfeld einer Entscheidung eine umfassende Anforderungs- und Marktanalyse durchzuführen. Die gewachsenen Erwartungen von Geschäftskunden an Benutzerfreundlichkeit, Konform und Design einer eCommerce Lösung stehen häufig im Konflikt mit den Anforderungen an Effizienz und Komplexität. Hierfür gilt es im Projekt entsprechende Lösungen zu finden.

Falls gewünscht, unterstützt Unit M Sie gerne dabei Ihre spezifische Konzeption für B2B eCommerce zu entwickeln.